Meine Geschichte mit meinem ersten Pony Sam

Meine reiterlichen Anfänge
1990 bekam ich meine erste klassische 10er-Karte für Reitunterricht in einem Reitverein. Ich war ein Kind aus der Stadt – doch im Stall fühlte ich mich zum ersten Mal wirklich zu Hause. Es begann mit Longenstunden, danach Gruppenreitunterricht einmal in der Woche. Jede einzelne Minute auf dem Pferd war pure Freude und gleichzeitig eine Schule des Lebens.
Kurze Zeit später ermöglichten mir meine Eltern, jeden Sommer drei Wochen Reiterurlaub zu machen. In dieser Zeit habe ich gelernt, was echte Pferdemenschen ausmacht: Respekt, Verantwortung, Geduld und Fürsorge. Das Wohl der Pferde stand immer an erster Stelle – ein Wert, der mich bis heute begleitet.

Mein erstes Pony Sam
Im August 1999 erfüllte sich mein größter Kindheitstraum: Ich bekam mein erstes eigenes Pony.
Sam – ein fünfjähriger Weser-Ems-Haflinger mit einem Stockmaß von 154 cm. Im Gelände war er eine Lebensversicherung, doch von Ausbildung hatte er bisher nicht viel gesehen.
Mit meinen jungen und unerfahrenen 13 Jahren begann für uns beide eine besondere Reise. Gemeinsam tasteten wir uns Schritt für Schritt heran, lernten voneinander, wuchsen zusammen – und entwickelten uns sportlich weiter. Unsere Disziplinen:
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E-Dressur
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E-Vielseitigkeit
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A-Springen
Wir haben vieles gemeinsam gemeistert und sind schließlich erfolgreich Turniere geritten. Diese Zeit hat mir gezeigt, wie viel man erreichen kann, wenn Vertrauen und Respekt das Fundament sind.

Wiedersehen mit Sam
2005 traf ich eine der schwersten Entscheidungen meines Lebens:
Ich wollte sportlich weiterkommen und verkaufte Sam an ein wunderbares Mädchen. Später wurde er erneut weiterverkauft – und unser Kontakt brach zunächst vollständig ab.
Doch das Leben schreibt manchmal Geschichten, die man nicht planen kann:
2007 fand mich Sams neue Besitzerin über meinen damaligen Arbeitgeber im Internet und nahm Kontakt zu mir auf. Seitdem sind wir wieder verbunden – und sogar Freunde geworden. Pferde können Menschen zusammenführen und Freundschaften fürs Leben schaffen.
Heute lebt Sam in der Nähe von Köln.

Abschied von Sam
Anfang 2019 durfte Sam für seine wohlverdiente Rente zu mir zurück in den Norden kommen. Er genoss sein Leben noch einmal in vollen Zügen und brachte einem wunderbaren 11-jährigen Mädchen liebevoll das Reiten näher.
Im Dezember 2020 mussten wir uns für immer verabschieden.
Ein Herzstück meiner Geschichte ging, doch sein Einfluss bleibt für immer.
„Sam hat mich geprägt - als Reiterin, als Trainerin, als Mensch. Er hat mir Mut, Geduld, Vertrauen und Verantwortung beigebracht. Er war mein erster Lehrmeister, mein Sportpartner und ein Freund für eine Zeit meines Lebens. Ohne ihn wäre mein Weg mit den Pferden nicht das, was er heute ist. Und dafür bin ich unendlich dankbar."
Christin Bungardt